Medizinische Forschung und Evidenz
Ein kurzer Überblick über die wissenschaftliche Grundlage der EMDR-Therapie.
Wirkmechanismus
Die Forschung nennt zwei Haupthypothesen dafür, warum EMDR wirkt:
- Beanspruchung des Arbeitsgedächtnisses: Eine Doppelaufgabe (an eine Erinnerung denken und zugleich die Augen bewegen) überlastet die begrenzte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses. Dadurch nehmen Qualität und Intensität der Erinnerung bei ihrer erneuten Konsolidierung ab.
- Simulation des REM-Schlafs: Die Augenbewegungen ähneln der REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement), in der das Gehirn alltägliche Ereignisse und Gefühle verarbeitet und integriert.
Klinische Wirksamkeit
WHO-Empfehlung
2013 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) EMDR offiziell zur Behandlung von PTBS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Wirksamkeitsstudien
Mehr als 30 randomisierte kontrollierte Studien bestätigen die Wirksamkeit von EMDR. Studien zeigen, dass 84%-90% der Betroffenen mit einem einzelnen Trauma bereits nach drei 90-minütigen Sitzungen keine posttraumatische Belastungsstörung mehr aufwiesen.
Quellen
- World Health Organization. (2013). Guidelines for the management of conditions specifically related to stress.
- Shapiro, F. (1989). Efficacy of the eye movement desensitization procedure in the treatment of traumatic memories. Journal of Traumatic Stress.
- Lee, C. W., & Cuijpers, P. (2013). A meta-analysis of the contribution of eye movements in processing emotional memories. Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry.